Mittwoch, 8. November 2023




Live aus Nagold mit lieben Grüßen von Ute

Neben diesen hervorragenden Platten gibt es noch weitere Schätze.

—— ab sofort alles für 50% des Preises, der im Mailorder gelistet ist ——- Rabatt wird bei Rechnungstellung abgezogen ——- ab 5 Titeln portofrei —— freut euch zudem auf Überraschungen ——-

Bitte ausschließlich über www.x-mist.de bestellen!!!

—-- feel free to share ——


Montag, 6. November 2023


 Ute war im Und dann kam Punk-Podcast zu Gast. Sie bat uns, ergänzend dazu diesen Brief hier zu veröffentlichen:


Liebe Freunde des guten Geschmacks, liebe Freunde von Armin und X-Mist!


Die Nachricht von Armins Tod verbreitete sich in nur wenigen Stunden. Nicht mal einen Tag hat es gedauert bis sie auf facebook war und sich von dort aus rasendschnell in alle Medien verbreitet hat. Da es - für mich - einige sehr unschöne Berichte gegeben hat, musste ich mir erstmal Respekt verschaffen. Danach war ich echt verunsichert. Ich hatte keine Ahnung, wie groß die Welle an Respekt- und Pietätlosigkeit sein könnte, die Armins Tod verursacht.


Ziemlich schnell zeigte sich, daß der Anstand, das Mitgefühl, der Mut und die Trauer über das Geschehene die Emotionen sind, die die Menschen mir - und wir uns - entgegen bringen können und müssen. Ich spüre ganz starke Verbundenheit zu Euch allen, die ihr Euch gezeigt habt, in Briefen, Besuchen, Einladungen, Anrufen und Bestellungen. So wunderbar offen und herzlich alle sind! Unfassbar groß ist die Anteilnahme und die Unterstützung, die ich bekommen habe - bis heute! Es gibt tatsächlich eine "X-Mist-Familie". Und ich bin ein Teil davon. Das ist ein sehr schönes Gefühl!


Ganz besonders freut es mich, daß eine starke Aktivität und Initiative entstanden ist. Für die Erinnerung an Armin haben Fabian Zeh und Michael Sobott diesen Blog eröffnet. Sie pflegen ihn regelmäßig. Der Text von Moses Arndt über Armins Beisetzung, die Nachrufe in Jungle World und Trust von Sascha Vukadinovic und Christian Unsinn haben Armins Lebenswerk sehr wertschätzend in Worte gefasst. Herzlichen Dank dafür! Meine IT-Profis, die mich durch diesen Mailorder Dschungel führen: unglaublich, dass ich das mit Eurer Hilfe schaffen kann!

In meinem näheren Umfeld - Familie, Freunde, Kollegen... - erfahre ich so viel Nähe und Zuwendung - keine Ahnung, was ich ohne Euch machen würde!


Armins Haltung zu dem Podcast "...und dann kam Punk in mein Leben" war den Freunden auf Instagram, facebook usw. sicher bekannt. "...und dann starb Punk" hat er ihn betitelt. Es hat ihn voll geärgert, dass Menschen anfangen zu "archivieren", also für tot zu erklären, was in seinen Augen noch unglaublich lebendig ist.


Ihr verzeiht mir sicher, wenn ich es nicht an allen Stellen geschafft habe, ein Stück der "Lebendigkeit des Punk", wie Armin und ich sie täglich kultiviert haben, zu beschreiben. Das jedenfalls war die Motivation für mich, dieses Interview zu geben. Danke an Jobst und Christopher, die den Mut hatten mich einzuladen und sich auf meine Wünsche einlassen konnten.


Ich wünsche Euch viel Spaß mit dem Podcast - und bitte Geduld, am Anfang ist es etwas zäh! 

Keep up the good work! 

Machen wir weiter mit dem, was wir gut können!


Ute


Ich freue mich natürlich weiterhin über Bestellungen im Mailorder. Da gibt es noch einiges zu entdecken! Wer vorbei kommen möchte - einfach vorher melden.


https://open.spotify.com/episode/1w7gSWTstZCsvZLEDkEEpN?si=x_MsbAqDT4WU40OtWG1HuQ


https://podcasts.apple.com/de/podcast/und-dann-kam-punk/id1542902175?i=1000633949350

Samstag, 30. September 2023

 Unter dem Titel „Kein Auflehnungskitsch“ hat Vojin Saša Vukadinović in der aktuellen Jungle World einen Nachruf auf Armin geschrieben. 

Bis nächste Woche ist der Artikel online noch hinter der Paywall gefangen, also macht euch doch vielleicht auf die Suche nach einer Print-Ausgabe, so wie Menschen in Köln das gemacht haben.


Dankenswerterweise hat die Jungle World unter dem Text auch auf unseren Blog hingewiesen.

Donnerstag, 28. September 2023

Armin, we never met in person but it was crazy to me that someone all the way across the ocean wanted to release our tape as an LP. What a wonderful surprise! I couldn’t believe anyone really cared about it enough to do that. Surely you lost money on it but you did it for the same reasons that we did it and that was so rad to me. I’m sorry I never got to thank you in person but we had some nice correspondence and I’m sending my love and respect to your friends and family from across the Atlantic Ocean. Salutations and respect….





-Andy Coronado, Monorchid / Wrangler Brutes -

Dienstag, 19. September 2023

 Erinnerungen an Armin


1986 war das Jahr als ich Armin kennengelernt habe. Mit meinem Kumpel Sutz hatte ich in diesem Jahr unseren Plattenladen Nastrovje Potsdam in Schwenningen eröffnet. Eine kleine Zusammenstellung von US-Hardcore, Alternative Sounds, aber auch europäische Bands von kleinen Labels und Mailordern waren nebst T-Shirts und Fanzines in unserem Angebot. Auch die ersten Konzerte organisierten wir in diesem Jahr im Schwarzwald. Nicht sicher, ob es Artless aus New York in der Fuchsfalle oder Scream aus Washington DC in Schwenningen war, als eine Truppe aus Nagold mit Chucks, Baseball Caps und Holzfällerhemden aufgelaufen sind, 40 Zuschauer, viel mehr waren am Anfang nicht zu bekommen. Da war auf jeden Fall auch Armin dabei. 


Es war die Zeit, als das Trust Fanzine gegründet wurde und die alte Besetzung um Moses, Armin und Dolf noch gemeinsam an einem Seil gezogen haben. Wir haben viele Konzerte in dieser Zeit organisiert, White Flag, Poison Idea, Melvins, Accused, Jingo de Lunch, MDC, Fang, RKL, Toxic Reasons, Verbal Assault, später dann auch Dickies oder Fugazi und viele mehr. Armin hat dann auch einige unserer ersten T-Shirt Prints in seiner Mailorder verkauft und uns mit Spermbirds-, So Much Hate und Walter 11 T-Shirts die ersten Aufträge beschafft. Da war die Szene noch überschaubar, aber erstaunlich gut vernetzt. Es wurde viel getauscht, Flyer versendet und über den neusten Scheiß am Telefon debattiert. Gerne rief ich bei Armin an und gab mich mit anderem Namen aus, um eine Platte einer doofen Band zu bestellen (die es natürlich bei ihm nicht gab) oder zu fragen ob ich da bei Mülleimer Records gelandet bin. Auch habe ich ihm mal ein Tape mit der ersten Cheap Trick LP aufgenommen und ihm erzählt es wäre mein neuestes Musikprojekt. Auf seinem Label sind später zwei Singles meiner eigenen Musikprojekte veröffentlicht worden. Das bis zuletzt existierende X-Mist Logo war eine der ersten Grafiken die ich am Computer im Freehand Programm für Armin fertiggestellt hatte, natürlich umsonst. 


Mit Armin gab es immer wieder schöne Polit- und Szene-Debatten, ganz zu Anfang „Nietenpunks vs Chucks“, die zwar vehement, aber immer auch mit einem Grinsen geführt wurden. Wenn ich Armin ärgern wollte, dann nannte ich ihn den Ian Mckaye aus Nagold. Ich war natürlich froh, dass er nicht Straight Edge lebte.  Als die ganze Szene immer kommerzieller wurde und große Firmen wie VANS und vor allem die Musikindustrie auf den Zug aufgesprungen waren um die alternative Musikszene zu kommerzialisieren, war Armin einer der wenigen, der trotzdem konsequent seinen eigenen Planeten X-Mist DIY weiter getrieben hat. Geld ist nicht alles und man kann es schon überhaupt nicht mit in den Himmel nehmen. Mit Haltung Spaß haben und versuchen nicht pleite zu gehen:  ob mit dem kurzlebigen Bandprojekt Happy Ever After oder mit der Lizensierung der legendären Big Boys. Es wurde mit Liebe und Überzeugung gemacht.


I want to be a problem

I want to make a scene

I want to get reactions

And wake you from you dream

And I don't care if you don't like it

And I don't think that it's the best

As long as you remember

Then we're up with all the rest


(Big Boys, We got Your Money)




1999 bin ich nach Berlin gezogen und wir haben uns etwas aus den Augen verloren, nur sporadisch vielleicht mal eine E-Mail geschrieben. Für einen Freund im Schwarzwald richtete ich 2013 einen Geburtstag aus und habe die US-Band „Buck Gooter“, die Armin mir vermittelt hatte, in der Linde Burgberg veranstaltet. Hier haben wir uns am 17.April 2013 zum letzten Mal gesehen. Armin erzählte mir begeistert von den Wanderungen, die er mit Ute an Wochenenden oft machte. Die Natur schien ihn noch mehr zu begeistern als die Musik. Wir überlegten mal einen gemeinsamen Ausflug zu unternehmen. Es ist leider nicht mehr passiert. 


Armin ist schon einmal vorgegangen. Dort, wo er auf uns wartet, wird er mit einer Kiste LPs stehen und wir debattieren über doofe Bands, lästern über Labelmacher die Porsche fahren, und natürlich sprechen wir über schöne Plattencover. 

Lebe wohl lieber Armin, Zeitgenosse einer ganz wichtigen und wunderbaren-, vielleicht sogar der schönsten und unbeschwertesten Zeit. Danke.


- Tøni Schifer -









 Zum Abschluss dieses Jahres 2024 möchten wir auf eine schöne Aktion von Harald Retzbach verweisen, dessen Gedanken und Erinnerungen an Armi...